Das Kind und sein Leib

Kurze Beschreibung einer künstlerischen pädagogischen Methode

 

Sich in der Hand haben – so sagt die deutsche Sprache – darauf kommt es im Leben an. Das aber muss man lernen. Man kann auch sagen: sich im Griff haben. Die Kinder suchen die Erfahrung im Kämpfen und Balgen miteinander. Indem sie den anderen Leib, den anderen Willen ergreifen, lernen sie auch, mit dem eigenen Leib umzugehen. In der Pädagogik wird heute alles Mögliche und Unmögliche getan und gefordert. Jedoch dem Kind zu helfen, seinen Leib zu ergreifen, das geschieht kaum oder gar nicht. Wer aber seinen Leib nicht ergreift, wer nicht lernt, sich in der Hand zu haben, der „gerät leicht aus dem Häuschen“. Er verliert in der Aufregung einer Krisensituation sein Verhältnis zum Leib. Wer im Leben ein arbeitender Mensch sein will, muss auch seinen Leib ergreifen und bearbeiten lernen. Man kann auch sagen: Wer als Kind nicht liebevoll begriffen wurde, kann später weder seine Mitmenschen noch die Welt wahrhaft begreifen.

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Die Lebenslehre des Spieles

Kallias-Schule für Bewegung, Arbeit, Pädagogik, Genossenschaft und Leben

Das menschliche Leben   ist der Lehrplan der Lehre vom Spiel

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Qualitätssicherung

Heutige Institutionen sind bedroht, wenn sie sich nicht  Verfahren auferlegen, die mit dem Wort Qualitätssicherung bezeichnet werden. Was kann daran falsch sein – ein Kindergarten, eine Schule, eine heilpädagogische Einrichtung, ein Krankenhaus nimmt sich Richtlinien vor, die dazu dienen, die jeweilige Qualität zu sichern, die in diesen Richtlinien vorgeschrieben oder sich vorgenommen wird? Solche Einrichtungen sind öffentlich, die Öffentlichkeit hat ein Recht, Qualität zu verlangen, wenn sie ihre Kinder, ihre Behinderten, ihre Patienten da hin schickt.

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Partizipation: Das Rechtsleben im Kindergarten

Wenn Anteilnahme, Teilhaftigkeit, Beteiligung  Erziehungsziele sein sollen, dann trifft es die Bemühungen in unserem Kindergarten. Soll aber das Kind einst diese Fähigkeiten als ein selbstbestimmender und verantwortlicher Mensch und als ein demokratischer Mitbürger später im Leben zur Verfügung haben, müssen sie angelegt und gepflegt werden. Vor allem müssen sie reifen können. Was zu frühe Mitbestimmung im falschen Sinn bewirkt, ist als die negativen Folgen antiautoritärer Erziehung bekannt. Zu demokratischen Entscheidungen gehört mehr als die Lust, ein „Bestimmer“ zu sein und intellektueller Vorwitz, nämlich echter Überblick, auch über die Folgen der Entscheidung für  andere.

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Kollegiale Wert-Schätzung (KWS)

Eine Methode zur Anregung kultureller Qualität 

Anstelle der heute üblichen Qualitätssicherungsverfahren praktizieren wir seit Jahren eine eigene Methode, der wir den Namen Kollegiale Wert-Schätzung (KWS) geben. Qualität im geistigen, sozialen, kulturellen Bereich kann nie eine allgemeine, objektiv festlegbare sein. Was die einen für einen guten Roman, eine gute Beziehung halten, gilt für andere vielleicht als  schlecht. Geistige, kulturelle, soziale Verhältnisse sind immer solche, welche subjektiver Beurteilung unterliegen, es sei denn in totalitären oder dogmatischen Verhältnissen. So wird es in einer Demokratie keine allgemeingültige Norm für eine gute Pädagogik geben können. Unter diesen Verhältnissen Qualität, die verschieden beurteilt werden kann, sichern zu wollen, beruht auf einem Irrtum. Denn geistige Qualität lässt wohl erzeugen und steigern, nie aber sichern, was ein Festhalten bedeutete.

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Die Entstehung der Kalliasübungen – Eine soziale Kunst. Teil 1.

Die soziale Frage ist eine Frage der Bewegungen. Werden die Verhältnisse zwischen den Menschen nicht von erhellenden und harmonisierenden Bewegungen ergriffen, so schlagen sie um in chaotische Gegenbewegungen. Revolutionen und soziale Unruhen sind die Folge von nicht ergriffenen  Bewegungen.

Eine Kunst kann niemand  erfinden. Die vorhandenen Künste: Architektur, Skulptur, Malerei, Musik, Dichtung und Tanz  sind entweder in Urzeiten aus den Mysterientempeln, den heiligen Orten der Menschheit in die Geschichte eingeflossen, oder wie die Eurythmie inauguriert, das heisst aus dem Bewusstsein eines modernen Eingeweihten gleichsam in einer höheren Sphäre aufgefunden und unter die Menschen gebracht.

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Die Entstehung der Kalliasübungen – Eine soziale Kunst. Teil 2.

Im Laufe der Zeit waren es dann vierzehn Länder Europas, deren Menschen mithalfen, dieses Kunstelement zur Offenbarung zu bringen. Es waren Orte wir Brügge in Flandern, Tallinn in Estland, Stourbridge bei Birmingham in England, Schönau bei Wien und Salzburg, Ljubljana in Slowenien, Chartres in Frankreich, Zutphen und Den Haag in Holland, das Albertus Magnus Haus in Freiburg im Breisgau, Überlingen am Bodensee,  Berlin, Köln, Dresden, Jelgava und Riga in Lettland, natürlich immer wieder Vihti und Helsinki in Finnland und viele andere Orte, in den letzten Jahren Budapest und dort, in Solymar, einige Male in einem kraftvollen Holzbau des grossen Architekten Imre Makovecz (1935-2011) , den ich  selbst noch kennenlernen durfte. Weimar war uns ein Zentrum und auch Malsch, der Modellbau Rudolf Steiners bei Karlsruhe.

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Der allgemeine Problemschlüssel

Ein Gedankenbild

Was ist der Schlüssel zu jedem Problem?
Das Problem selbst.
Warum?
Weil das Problem die exakte Negativform seiner Lösung ist.
Warum werden so wenige Probleme gelöst und wieso hinterlassen die Lösungen meist noch grössere Probleme?
Weil nicht Probleme, sondern nur Symptome von ihnen gesehen und behandelt werden.
Was muss geschehen?
Das Problem muss erst als Ganzes wahrgenommen werden.
Das geht nur mit der Zeit als Instrument.
Jedes Problem hat eine eigene Zeit.
Diese muss erst als Wahrnehmung wirken.
Dann spiegelt sich das Problem in dem Wahrnehmenden.
Der Wahrnehmende und die Wahrnehmenden
werden selber zu Zeitinstrumenten.
Warum kann jeder Wahrnehmende und umso mehr jede Gruppe von
Wahrnehmenden die Gänze eines Problems erfassen?
Weil jeder eine menschliche leibliche Gestalt hat und
weil eine aufmerksame Gruppe die Steigerung dieser Gestalt sein kann.
Was aber ist die menschliche Gestalt?
Sie ist der Tierkreis und die Planeten als Erdenorgan.
In diesem kann das Problem sich so abbilden, dass sein Komplementärbild
entsteht, und zwar im Willen.
Im Willen der wahrnehmenden Menschen bildet sich
die Lösung des Problems als Kraft ab,
die fähig macht, das Problem in der Zeit zu lösen.
Diese Fähigkeit nennt man den Hermesschlüssel.

 Michaeli 2011

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